Logistik-Prozesse und konkrete Innovationen für den Flottenalltag. NFM sprach mit Helmut Fliegl, geschäftsführender Gesellschafter und treiben- der Kraft hinter der Trailer-Sparte der internatio- nal agierenden Fliegl-Gruppe. Herr Fliegl, was bedeutet Innovation für Sie – jenseits von Marketing und unscharfen Mode- wörtern? Fliegl: Innovation ist für mich etwas, das es vor- her so nicht gegeben hat. Etwas, das tatsächlich neu ist – nicht schön geredet oder neu verpackt. Wenn es das schon gab, ist es keine Innovation. Ein aktuelles Beispiel aus unserem Haus ist das Fliegl-Step-Podest, das wir auf der bauma vorge- stellt haben. Das ist eine schwenk- und klappbare Aufstiegshilfe für Sattelkipper, bei der es schlicht niemanden „runterhauen“ kann. Maximale Ar- beitssicherheit, rutschfest, wartungsfrei, beidsei- tig montierbar. Und ganz wichtig für den Alltag: Der An- und Abkuppelbereich bleibt frei zugäng- lich. Das ist praktische Innovation – direkt aus der Anwendung heraus. Der Begriff Nachhaltigkeit ist überstrapaziert. Was ist echte Nachhaltigkeit? Fliegl: Nachhaltigkeit heißt für mich: etwas tun, das nachweislich Energie spart, Kosten senkt und Ressourcen schont. Nicht darüber reden, sondern machen. Und ja, Nachhaltigkeit steht auf drei Füßen: Ökologie, Ökonomie und Sozia- les. Als Unternehmer muss ich wirtschaftlich arbeiten – meine Mitarbeiter sollen mit gutem Gewissen bei uns arbeiten und mit gutem Gewis- sen in Rente gehen können. Das ist für mich nachhaltig. Oder anders gesagt: enkelfähig. Wir denken von Anfang an grün, wir haben eine positive Energie-Bilanz. Uns interes- siert nicht die nächste Bilanz, sondern die nächs- te Generation. 44 NFM 3/2026 Perfekte Schweißnaht an der Mulde dank Panasonic-Roboter. unter einem Dach vereint, innerbetriebliche Transporte über das Werksgelände entfallen. Beschleunigte Montageprozesse Die Distanz zwischen den einzelnen Statio- nen reduziert sich um 74 Prozent auf nur noch 260 m statt zuvor rund 1 km. Das senkt die Werksverkehre, reduziert CO2-Emissio- nen und beschleunigt die Montageprozesse. Geschäftsführer Helmut Fliegl rechnet vor: „Durch die neue Struktur sparen wir innerbe- trieblich rund 1150 km pro Jahr – das ent- spricht in etwa der Strecke von Triptis nach Kiel und zurück.“ Investition in den Standort Im Rahmen des Programms „Fit 2030“ inves- tiert Fliegl 11,7 Mio. Euro in den Neubau. Die Inbetriebnahme der Halle ist – witterungs- bedingt leicht verzögert – für die Zeit nach Ostern geplant. Der Umzug der einzelnen Stationen erfolgt im laufenden Betrieb, er- klärt Werkleiter Maxi Fliegl an den Fliegl Innovation Days 2026 in Triptis. Neben kur- zen Wegen setzt Fliegl auf energieeffiziente Technik: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, Fußboden- und Grubenheizungen so-