Verantwortliche Webfleet- Mitarbeiter am Annual Press Day 2026 in Barcelona (v. l.): Marc Notenboom, Dana Schmidt, Wolfgang Schmid, Michiel Ooms, Jan-Maarten de Vries und Dolores de la Cruz Quintela. Fahrzeuginspektionen, Ver- kehrsdatenbanken und Wet- terdiensten. „Daten zu sam- meln ist längst nicht mehr die Herausforderung“, mach- te Marc Notenboom deut- lich. Entscheidend sei, aus der enormen Datenmenge die richtigen Erkenntnisse abzuleiten und daraus Hand- lungsempfehlungen zu ent- wickeln. Dabei übernimmt KI die Rolle eines digitalen Assistenten. Statt Berichte manuell aus- zuwerten, können Flotten- Manager künftig Fragen in natürlicher Sprache stellen. Systeme wie der neue Fleet Advisor analysieren die vor- handenen Daten automa- tisch und liefern Antworten als Diagramm, Tabelle oder konkrete Empfehlung. Zeit- aufwendige Routinearbeiten treten in den Hintergrund. Stattdessen gewinnen Pla- nung, Risiko-Management und strategische Steuerung an Bedeutung. Der Flotten- Manager der Zukunft wird weniger zum Problemlöser und mehr zum Planer, der auf Basis intelligenter Prog- nosen handelt. Probleme früh erkennen Eine Schlüsselrolle spielt die sogenannte Predictive Main- tenance. Während klassi- sche Wartungsstrategien auf festen Serviceintervallen ba- sieren, orientiert sich die vo- rausschauende Wartung am Zustand des Fahrzeugs. Sen- soren überwachen kontinu- ierlich Reifendruck, Tempe- raturen, Batteriezustände, Verschleißwerte oder techni- sche Fehlermeldungen. KI- Systeme analysieren diese Datenströme und erkennen Auffälligkeiten, lange bevor ein Defekt sichtbar wird. „Die Zukunft gehört Fahrzeugen, die Probleme erkennen, be- vor sie auftreten“, erklärte Wolfgang Schmid. Ziel sei es, ungeplante Werkstattauf- enthalte zu vermeiden und Wartungen in den Betriebs- ablauf zu integrieren. Fahr- zeuge verbringen dadurch weniger Zeit in Werkstätten, Reparaturen können frühzei- tig geplant werden und Er- satzteile stehen rechtzeitig zur Verfügung. Für Flottenbetreiber steigt damit die Uptime – die Zeit, in der Fahrzeuge produktiv auf der Straße unterwegs sind. Künftig soll KI auch externe Informationen wie Verkehrsaufkommen, Wetter- bedingungen oder regionale Besonderheiten berücksich- tigen. Denkbar ist sogar die Analyse von Klangmustern, um ungewöhnliche Motor- geräusche zu erkennen. 800 Nutzfahrzeuge Wie groß das Potenzial da- tenbasierter Flottensteue- rung ist, zeigte die Fallstu- die des Schädlingsbekämp- 28 NFM 7/2026